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Es fällt mir ein Stein vom Herzen, dass das Neomagazin nach seinem Wechsel ins Hauptprogramm und der haarigen, aber nochmal-gut-gegangenen Entscheidung, mit Dendemann + Studioband die Show ein bisschen aufzupeppen (wo ein Aufpeppen gar nicht nötig gewesen wäre), dennoch nach wie vor in der Lage ist, ganz normales Fernsehen zu machen und nicht sofort seine subversive Pop-Clash-Schiene zugunsten des ZDF-Durchschnittspublikums angeglichen hat.

Zwar weniger sachorientiert, aber wie gewohnt mal wieder weitaus intelligenter, als alles was tagesschau & co. zum Thema Regierungswechsel in Griechenland und dem neuen medienpräsenten Finanzminister Yanis Varoufakis  zu sagen haben, kommentierten die Damen und Herren der Bildundtonfabrik mit folgendem brillianten Feuerwerk:

Schwere Akne, unfreiwillige Komik und überschätzte Musikalität waren auf youtube eigentlich nie richtig out.  Dass der wohl kommende Thüringer-Klöße-Fritz / Hupen-Konni / Takeo Ischi – Internetheld Johannes Becht jedoch in folgendem Video eine flammende Ode an die Bizeps-Pump-Kultur schmettert, überrascht dann doch.

Nicht vergessen: Bei 300 Followern gibt’s den nächsten Song.

via Die Kirche des Bizeps

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28. November 2014
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Dass Kultur- und im besonderen Musikkritik nicht nur im theoretischen (und oft konservativ hinabblickenden) Bereich funktionieren kann, sondern auch mithilfe des wunderbar progressiven Wesens der Parodie effektiv ist, haben mir zuletzt die wunderbaren Boiler-Room-Bilderstürme gezeigt.

Neuestes Fundstück: Ein wunderschöner und genauso böser wie ehrlicher Kommentar auf die Langweiligkeit der unambitionierten deutschen Unterhaltungsmusik:

Und ein weiterer Grund, Jan Böhmermanns politische Ambitionen Unterstützung erfahren zu lassen.

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25. Oktober 2014
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Gruselige 90-er-Rave-Videos mit Armeen von steilen Schlaghosen und Billigzippern aus Camouflage-Plastik waren mir bekannt. Folgendes Video ließ mich jedoch zurecht neidisch zu der Erkenntnis den Kopf schütteln, dass in den 90ern einfach besser gefeiert wurde.

 

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23. Oktober 2014
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Ich wünschte, ich könnte den Text verstehen. Macht aber nix: Absolut großartiger Song und dazu ein wunderschönes Beispiel irritierend schräger Musikvideo-Kunst. Es darf gelacht werden.

„BRAVO“ – meiner Meinung nach die vernachlässigste Popgruppe seit den legendären „Monks“ – den Tonsurträgern aus Gelnhausen – die als Anti-Beatles die Verliererversion der Musikgeschichte mit einer Glanzstunde transatlantischer Pop-Attitüde prägten.

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13. Oktober 2014
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In einer Welt, in der I-Phones,  Dr. Dre – Kopfhörer und anderer ebenso teurer wie schrottiger Modemist wie warme Semmeln über die Ladentheken gehen, stimmt es traurig, welche großartigen Innovationen niemals die angemessene Beachtung der Öffentlichkeit genießen konnten. Heutiger Lanzenbruch: Das Fahrradmodell „Cavallo“ des Herstellers Hercules. Bereits in den 1950ern entwickelte der Flugezugingenieur Hans Günter Bals die Idee, mehr körperliche Energie zum Antrieb eines Fahhrads zu benutzen, als die Bewegung der Beine. Heraus kam der „Cavallo“(italienisch für „Pferd“), ging in den 70ern kurz in Serie und wurde kurz darauf auch schnell wieder vergessen. Völlig zu Unrecht, wenn der Anblick eines vorbeischaukelnden Cavallo-Reiters auch recht obskur aussehen mag. Schenkt uns eine Neuauflage, Hercules! Bitte, bitte, bitte!

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6. Oktober 2014
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Der dieswöchige Rock’n Roll – Orden für rotzige Attitüde geht an die Death Metal Band „Plenty of Nails“, deren Schlagzeuger dem Bandnamen alle Ehre macht. Wie wird man nervige Konzertgäste los, die im überschwänglichen Suff meinen, Teil der Show zu sein? Ganz einfach: Ein zielsicherer Drummer und eine Sticktasche, die niemals leer wird, wie der Pfeilköcher von Legolas.

via Andi Rohde

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5. Oktober 2014
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Social Media ist gar nicht sozial. Wir kommunizieren mehr und mit mehr Menschen, werden dabei aber immer unpersönlicher. Trotzdem gibt es nach wie vor Dinge, die in einer SMS oder per Facebook vielleicht doch nicht sooo gut rüberkommen, Schluss machen zum Beispiel. Hmm, was tun, wenn Zeit, Distanz oder fehlender Mut dennoch im Wege stehen?

Die Künstlerin Miranda July hat sich da was überlegt: die App „Somebody“, die es tatsächlich für das iPhone gibt. Ich schicke meine Nachricht einer fremden Person in der Nähe des Empfängers, definiere Stimmung oder Tonfall, woraufhin diese Person meine Nachricht persönlich übermitteln wird.

Wie ernst das Ganze gemeint ist, bleibt etwas unklar. Vor allem ist die App die Grundlage für einen Kurzfilm, der wiederum Teil einer Werbeaktion der Modemarke Miu Miu ist.

Den Film selbst würde ich als „ganz nett“ bezeichnen – aber für July selbst geht es wohl um mehr, eine Art soziales Experiment.

It’s worth thinking about what exactly are the feelings our phones bring us. I mean, I know I can’t be apart from mine, but does it actually bring me joy? What brings me joy is surprising, fleeting interactions with strangers–like helping a woman who has dropped her pears–that takes me outside myself and gives me a brief high: Humanity!

Quelle

Mehr Menschlichkeit, darunter geht es nicht. Und dass die sich wohl vor allem in persönlichen Begegnungen ist so falsch ja auch gar nicht. Wenn ich dafür aber einen klar definierten Auftrag habe und mich nach dessen Erfüllung wieder aus dem Staub mache – was ist dann gewonnen?

Persönlichkeit in einer Beziehung erfordert Einlassung, Überschreitung des eigenen Selbst und deshalb in gewissen Situationen auch Mut. All das muss der Absender nicht mehr aufbringen. Vielleicht entstehen tatsächlich neue persönliche Momente oder sogar Beziehungen, das Überbringen einer solchen Nachricht würde ich vielleicht sogar tatsächlich auch mal ausprobieren. Auf der Strecke bleiben dabei aber wohl mindestens die Sender.

Vielleicht darf man das alles nicht zu ernst nehmen und muss es einfach als witzige Idee sehen, die einem Modelabel Aufmerksamkeit bescheren soll. Zumindest hoffe ich das und werde jetzt vielleicht noch mehr darauf achten, wo ich von mir aus Persönlichkeit schaffen kann.

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16. September 2014
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00schneider

Unser aller Jugend wurde herzhaft versüßt, unter anderem durch den Humor von Helge Schneider, dessen wunderbare Aussetzer, wie das vollkommen verkrampfte und doch perfekte Einparken im Streifen 00Schneider bis heute zu den absoluten Klassikern zählt.

Was diese Komik aber bisher vor allem ausmachte war der Glaube, derartige Charaktere könnten nur der Fiktion entspringen.

Illusion zerstört!

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen möchte: Vorhang auf für Bauer Hermann!

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6. August 2014
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Ob Udo van Kampen, der langjährige ZDF-Korrespondent in Brüssel, Matthias Matusseks Schnarchgesang zu Angela Merkels 60. Geburtstag gelesen hat ist nicht bekannt. Sein Versuch, den Gratulationsvorgang etwas lebhafter zu gestalten, landet jedenfalls mindestens ebenso weit außerhalb meiner persönlichen comfort zone. Immerhin hat er dem Geburtstagskind eines der seltenen Lächeln geschenkt – nur zu gern wüsste ich, was sie währenddessen eigentlich dachte.

Möglich durch Wordpress und Uberspace